Verrückt

Eine Zusammenfassung meines letzten halben Jahres in Bremen:

  • Ich habe ein Kickerteam neu gegründet, jedoch ohne große Hoffnung, dass etwas Vernünftiges dabei zustande kommt. Jetzt kickert eine Runde großartiger Menschen regelmäßig am schiefen Tisch in der Auszeit in der Wilden Liga.
  • Nach meinem Probestudium an der AID Berlin habe ich kurzfristig beschlossen, doch noch beim Wettbewerb um das ausgeschriebene Stipendium mitzumachen. Zwei Wochen lang habe ich die Nächte durchgezeichnet und meine Nerven sowie die meiner Kollegen strapaziert.
    Dabei ist der U-Bahn-Infocomic entstanden.
  • Mein Comic ist in die Endauswahl gekommen und ich wurde für ein Gespräch mit Mappenbesichtigung nach Berlin eingeladen.
    Einen Tag vor der Autofahrt habe ich übrigens meine Brille zerbrochen, weswegen man mich auf dem Gewinnerfoto ohne sieht.
  • Während ca. 100 Leute in meiner Wohnung zwecks Besichtigung standen, bekam ich einen Anruf, dass ich das Stipendium zum Illustrationsstudium an der AID im Wert von 17.750€ gewonnen habe.
  • Ich bin bei meinem Chef eingezogen, um eine WG zu gründen. Das klingt schlimmer als es ist.
  • Nachdem ich mit der Wohnungssuche begonnen habe, erhielt ich dank Freunden und um einige Ecken wenige Tage später zwei ziemlich gute Angebote.
  • Kurze Zeit drauf melden sich zwei Freundinnen, die eine WG mit mir gründen wollen. Ich werde also nach Kreuzberg unweit der Akademie ziehen.

Verrückt.

Speziell die letzten beiden Jahre hat sich bei mir viel zum Positiven verändert, was ich u.a. meinem neuen Arbeitsplatz und vor allem einer handvoll Leuten zu verdanken habe, was mich nun, seitdem ich weiß, dass ich sie und Bremen bald verlassen muss, immer öfter sehr schwermütig werden lässt.
Andererseits ist es auch ein gutes Gefühl, dass man jederzeit zurückkehren kann und willkommen ist.

Die Ironie des ganzen ist, dass ich, als ich 2004 nach einem Ausbildungsplatz gesucht habe, am liebsten nach Berlin wollte und Bremen nun wirklich nicht auf meiner Wunschliste stand. Und auf einmal werde ich das machen, was ich immer wollte und auch in der Stadt der Wahl, will aber gar nicht mehr weg aus der doofen kleinen Stadt, in die ich nur unfreiwillig gezogen bin.
Ein dickes Danke also alle, die daran beteiligt sind, mir den Abschied schwer zu machen. Hach.

Verrückt.