Da ich nun seit knapp zehn Jahren in Photoshop arbeite und mittlerweile auch ein entsprechendes Wissen sowohl in Gestaltung als auch Bildbearbeitung & Litho angesammelt habe, möchte ich etwas von diesem Wissen weitergeben. Ich werde auf meinem Blog also in regelmäßig unregelmäßigen Abständen Tips & Tricks in Photoshop bezüglich Illustration und Bildbearbeitung posten. Vielleicht auch ergänzt durch Illustrator und InDesign, da dies das Dreiergespann ist, mit dem ich als Mediengestalterin (noch) meine Brötchen verdiene.

Anfangen möchte ich mit einem Tip, wie gescannte schwarz-weiß Bilder ordentlich Kontrast bekommen und auch am Bildschirm aussehen wie das Original.
Mein Problem ist, dass die Bilder eingescannt gerne gräulich und Kontrastarm aussehen. Natürlich hat man die Möglichkeit, im Textmodus gleich in s/w zu scannen, jedoch ist dies auch lediglich ein Scanvorgang im RGB-Modus, der anschließend von der Scannersoftware umgewandelt wird. Dadurch gehen viele Details verloren und ich erledige alle Umwandlungsprozesse gerne selber, weil ich dann die Kontrolle darüber behalte.
Das betreffende Bild habe ich im RGB-Modus mit millionen Farben auf 1200dpi gescannt und anschließend in Photoshop geöffnet. Dort habe ich es in Graustufen umgewandelt, Größe und dpi-Zahl an meine Bedürfnisse angepasst und dann das Fenster “Tiefen/Lichter” unter Bild > Korrekturen aufgerufen.

Prinzipiell lassen sich mit diesem Werkzeug dunkle Bildbereiche aufhellen und helle abdunkeln, wodurch man, sofern vorhanden, noch eine Menge Zeichnung aus dem Bild holen kann. Ich habe es bei der Bildbearbeitung zu meinem Standardwerkzeug gemacht, weil es ein Foto enorm aufwerten kann. Man muss allerdings aufpassen, dass man es nicht übertreibt, weil die Fotos ansonsten leichtende Kanten bekommen und wie ein billig nachträglich erstelltes Möchtegern-HDR-Foto aussehen. Hier gilt es also je nach Ausgangssituation herumzuprobieren und seine Erfahrungen zu machen.

Bei der Bearbeitung von schwarz-weißen Zeichnungen sollte der “Lichter”-Regler außer Acht gelassen werden, da die hellen Bereiche so hell wie möglich bleiben sollten. Beim “Tiefen”-Regler lässt sich am besten etwas ausprobieren,ich empfehle aber, die Werte nicht zu hoch zu drehen. Wichtigster Teil ist in unserem Fall der Regler “schwarz beschneiden”: hiermit wird der Tonwertumfang verringert, so dass leichte Zeichnungen in den dunkelsten Bereichen wegbrechen und dadurch eine einheitliche tiefschwarze Fläche entsteht. Auch hier gibt es keinen allgemein gültigen Wert – bei Fotos reicht (wenn eine Beschneidung überhaupt nötig ist) schon ein Wert von 0,1, im Falle der hier gezeigten Zeichnung war 2 ideal.
Wenn ich mit dem Vorschau-Ergebnis zufrieden bin, drücke ich OK und kann mich vorsichtig daran machen, den weißen Bereich aufzuhellen (so, dass nichts von den dunklen Bereichen wegbricht), zum Beispiel mit Einstellungsebenen wie “Helligkeit/Kontrast”, “Gradationskurven” und/oder Auswahl > Farbbereich, in dem sich dann die weißen Bereiche von den schwarzen trennen lassen. Photoshop bietet aber einfach so viele Möglichkeiten, dass es keinen Königsweg gibt, um zum Ziel zu gelangen. Mein Tip ist also nur einer von vielen. Ich hoffe aber, dass er dem einen oder anderen dennoch bei der Bearbeitung hilft. Viel Spaß beim Zeichnen und Bearbeiten!